Durch Tirana gehts an den Seen vorbei nach Krujë. Die Autos überholen von rechts und links. Es herrscht viel Verkehr. Und noch mehr Gehupe. Der
Camping Kruje (10€) wurde uns empfohlen. Er ist toll gelegen. Mit freier Sicht auf die Berge. Der Besitzer ist sehr interessiert. Wir führen tolle Gespräche. Sein Nachbar mag unseren Kian für unseren Geschmack ein wenig zu sehr. Ein kühler Abend mit schönem Sonnenuntergang. Die Nacht ist ruhig. Nur die Italiener im Konvoi, welche auch noch auf dem Platz stehen stören ein wenig die Idylle. Sie hatten mehr vom Camping erwartet und lassen das den Besitzer spüren. Früh brechen wir auf, um die Festung zu besichtigen. Das imposante Skanderbeg Museum zeigt die Geschichte vom Nationalhelden (2€). Hier wurden schliesslich erfolgreich die Ottomanen zurück geschlagen.
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| Ehrfürchtig. Wer findet Skanderbeg? |
Der Basar hat leider vor allem Ramsch zu bieten. Man müsste wohl sehr suchen um auf richtige Trouvaillen zu stossen. Kian möchte so gerne eine der farbenfrohen Plastikflöten haben. Zurück beim Parkplatz hören wir per Zufall wie der Parkwächter einem ankommenden Autofahrer einen anderen Preis nennt und bezahlen dem etwas verdutzten Mann selbstverständlich den geringeren Preis. Weiter gehts den Berg hoch zu einem
Bektaschi -Wallfahrtsort bei einer Quelle. Einheimische Pilger schenken unseren Kindern zwei Kerzen, die sie gerne entzünden. Eine steile Treppe führt hin. Die Aussicht ist gigantisch. Man sieht die Kalkabbaugebiete der Umgebung. In einem der Restaurants essen wir gemütlich unter einem Sonnenschirm zu Mittag. Die Summe am Ende auf der Rechnung ist nicht entsprechend den Preisen auf dem Menu. Von uns gibts deshalb kein Trinkgeld. Omid erkundigt sich erstmals über die
HDC-Funktion des Citroëns. Entsprechend langsam, aber sicher gehts damit die kurvenreiche Strasse zurück nach Krujë auf den Camping. Unsere Italienerkollegen sind leider immer noch auf dem Platz. Mit ihren vier grossen Hunden, welche sie überall herumlaufen, hinkacken und hinbislen lassen. Später kommt noch eine Familie aus dem Tessin mit ihrem Offroader dazu. Zusammen verbringen wir einen gemütlichen Abend. Die Kinder aus dem Dorf kommen zum Spielen vorbei. Sie gehen sehr rücksichtsvoll mit unseren Kindern um. Und probieren mehr oder weniger erfolgreich ihr Schulenglisch aus. Vom Campingwart kriegen wir Salbei aus dem Garten mit auf den Weg. Und frisch gepflückte Feigen und
Kornelkirschen.
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| Diskussion über Gott und die Welt von Kian festgehalten. |
Uns ziehts weiter nach Norden. Auf modernen Strassen. Überfahrene Igel, Katzen und Hunde am Strassenrand. Der
Camping Riviera (13€) in Shengjin hat einen grossen Pool und eine Waschmaschine. Was will man mehr. Kian lernt in den nächsten Stunden Schwimmen. Und mehrere Meter weit zu Tauchen ohne Flügeli. Vom Ein-Meter-Brett probiert er verschiedene Variationen der Arschbombe aus. Er hat sich die Sprünge von den Jugendlichen abgeschaut. Shayan freut sich ab dem Spielplatz. Er hat sich erneut sämtliche Mückenstiche aufgekratzt und deshalb Badeverbot gekriegt. Als Abends endlich die Rasensprenger angehen ist er der Erste welcher über die Wiesen rennt. Und vor Freude quietscht. Es läuft Pop-Musik. Laute Pop-Musik. Die Kinder schauen am Morgen noch selber Bilderbücher an, bis wir wach sind. Bisher hat unser Tag immer mit dem Satz gestartet… “Und Mami, was machen wir heute”. Auch den nächsten ebenfalls unglaublich heissen Tag verbringen wir am Pool. Kian springt und springt vom Sprungbrett. Den ganzen Vormittag über haben wir das Becken nur für uns alleine. Wir müssen ihn nur mit ein paar ertrinkenden Wespen teilen, welche wir wann immer möglich zu retten versuchen. Es ist annähernd 40° Celsius heiss. Der Betonboden reflektiert die Sonne noch zusätzlich unerträglich. Das Trinkwasser hier hat einen Ölfilm. Wir buchen die Fähre über den Koman-See. Um dann merken zu müssen, dass es wohl an diesem Tag regnen wird. Kian malt gerade sehr gerne verschiedene Männchen. Einen Kian-Minion zum Beispiel mit nur einem Auge. Oder einen Baba mit Bart. Die Hitze, vor allem über Nacht, ist schier unerträglich. Uns ziehts deshalb in die Berge. Unterwegs sehen wir viele Polizeikontrollen. Die Polizisten stehen dabei nicht strategisch gut, sondern überwiegend im Schatten. Und winken uns (trotz etwas zu schnellem Tempo) zu. Es läuft Globi bei den Rittern. Shayan kann schon alle Lieder mitsingen. Er entfernt seine Pflaster sobald wir wegschauen. Seine Wunden scheinen ihm aber zumindest unangenehm zu sein. So geht er ohne seine langen Hosen trotz der Hitze nicht aus dem Wohnmobil. Frauen mit ihren schönen Trachten sind unterwegs. Viele schützen sich mit einem Sonnenschirm vor der Sonne. Und schon wieder schafft es ein Tankwart unseren Tank bis zum Überlaufen zu betanken. Wir hätten es nicht für möglich gehalten. Wir befinden uns auf der Suche nach Ersatzleuchten fürs Auto, welche in Montenegro Pflicht sind. In einer Autogarage bekommen wir (mit Hand und Fuss) zumindest einige der Leuchtmittel. Die Strasse führt dem Drin Fluss entlang. Und dann sehen wir bereits den See. Es hat Fischzuchten. Kian sieht überall reife Brombeeren vom Fenster raus und möchte anhalten. Der Zustand der Strasse wird immer schlechter. Auf dem
Camping Natura gleich neben und unter der abbruchreifen Brücke gelegen (10€) stehen wir unmittelbar unter der Starkstromleitung. Wir hören sie förmlich. Aber immerhin hat es Schatten. Und der Fluss zur Abkühlung ist auch gleich daneben. Ein gemütlicher Zmittag auf dem Platz. Nebenan jagt ein Welpe ein Entenkücken. Wir kriegen vom Besitzer frische Trauben geschenkt. Kian wird auf dem Spielplatz unglücklich von einer Biene in die Nase gestochen und ist untröstlich. Die Mitcampeure wollen uns alle ein Medikament zur Schmerzlinderung anbieten. Über dem Tal hören wir das Gewitter. Die Entenschar kann wegen unserem Wohnmobil ihren gewohnten Weg nicht mehr gehen und überlegt lange. Für den kommenden Morgen stellen wir unseren Wecker. Bereits um 09.00 Uhr nämlich geht die Fähre nach Fierzë. Kian ist dann bereits vor uns allen wach. Er freut sich dermassen auf die Überfahrt und ist dafür extra früh ins Bett gegangen. Wir bereiten das Morgenessen und einen Znüni vor und fahren dann die gut überwachte (da Kraftwerk), neue Strasse zum Koman-See hoch. Nur mit Hilfe von Brettern schaffen wir es ohne unsere Treppenstufe abzutrennen auf die Berisha-Fähre (70€).
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| Milimeterarbeit. Kian kann kaum hinsehen. |
Wir erwischen einen super Platz in der Mitte der Fähre, wozu wir die ganze Überfahrt lang Zugang zum Wohnmobil haben. Was für eine tolle Kulisse. Eine Schweizer Familie ist seit einer Woche unterwegs und auf dem Weg in den Kosovo. Kian malt für sie Bilder und die Kinder spielen bei uns im Wohnmobil. Die Jungs schauen dem Kapitän zu. Der fährt zu lautester Pop-Musik. An Felsen vorbei. Ein herrliches Lüftchen weht. Vereinzelt nur sieht man Landwirtschaftsbetriebe. Die Sitzplätze sind gut von Tagestouristen und Backpackern besetzt, weshalb wir froh um unsere bequemen Stühle im Wohnmobil sind. Nach kurzweiligen drei Stunden Überfahrt erreichen wir Fierzë. Zum Glück ist das abfahren über die nicht geteerte Anlegestelle dann doch leichter als gedacht. Über Bajram Curri fahren wir dann ins Valbona Tal. Dort wurde uns das
Gasthaus Rilindja empfohlen. Um auf den Platz zu gelangen müssen wir einen Bach durchfahren. Wasserüberquerung für Anfänger. Wir treffen das Lastwagenwohnmobil von Berat wieder. Das deutsche Paar ist in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Und möchte nachher wie wir durch das Inland von Montenegro reisen. Im Restaurant essen wir unterdurchschnittlich zu Mittag. Es gibt albanisches Raclette und Ofenkartoffelchips. Die Forelle kommt auch hier direkt aus dem Zuchtbecken vor dem Haus. In einem der unbenutzten Becken schwimmt eine tote Katze. Das Personal ist unfähig oder einfach unfreundlich. Den Nachmittag verbringen wir dann am eiskalten Fluss. Kian baut einen Steg, welcher dann von allen Mitcampeuren rege genutzt wird. Immer wieder tröpfelt es leicht.
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| Unser lauschiges Plätzchen. |
Wir haben Shayan mittlerweile komplett einbandagiert. Vielleicht lässt das seinen (Mückenstich-) Wunden genügend Zeit um zu heilen. Eine Kuhherde besucht uns am Platz. Rundherum majestätisches Bergmassiv. Es gibt frisch gebackenes Brot zum Zmorge. Es hat seinen Preis. Omid wurde gefragt ob er einen ganzen Laib will. Nun gibt es wohl ein paar mal Brot mit Käse zum Znacht. Wir sehen Wespennester am Fluss. Mückenalarm am Abend. Shayan hat etwas Fieber. Über Nacht kühlt es angenehm ab. Kian klaut in der Nacht Shayans Bettdecke nachdem ich vergessen hatte ihm seine für die Nacht zu geben. Die Wespen nerven während dem Frühstück. Die Brämen lassen sich derweil an unserer Sonnenstore nieder. Wir basteln Wanderstöcke. Wir schnitzen Initialen ein und Muster. Und dann geht es los dem Fluss entlang nach Valbona. Wir laufen durch verwunschene Wälder. Moosbewachsene Bäume und Steine. Pilze hat es überall. Und Hagebutten. Und Holunder. Und reife Brombeeren. Endlich. Zum Pflücken für Kian. An einem kleinen See essen wir einen Znüni. Wir sehen Frösche und Kaulquappen im Wasser. Eine Schlange kriecht an einem der moosbewachsenen Bäume neben der Wanderwegmarkierung. Wir sind begeistert, wie gut die Kinder mitlaufen. Kian freut sich immer, wenn er die nächste Wanderwegmarkierung findet. Und zählt die Markierungen mit. Am Wegrand liegt eine tote Fledermaus. Wir sehen einige grosse, noch nie vorher gesehene Käfer.
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| Unterwegs durch die Wälder. |
In Valbona essen wir im Restaurant Tradita frisch gebratenes Lamm vom Spiess. Die Schafherde grast daneben. Die zahlreichen Wespen versuchen wir in den Gläsern zu fangen. Es ist von Vorteil kein Süssgetränk zu konsumieren. Es tröpfelt immer wieder leicht. Auf dem Nachhauseweg sammeln wir Holz für das Lagerfeuer. Es sind viele neue Campeure gekommen. Die meisten im VW-Bus. Es ergeben sich nette Gespräche am Lagerfeuer. Zum Glück ist es ein anderer, welcher den ganzen Platz ausräuchert. Immerhin hilft der Rauch gegen die Wespen. Shayan ist verschnupft. Wir füllen unsere Flaschen mit Quellwasser. Unsere Lebensmittel werden langsam alle. Wir bestellen uns deshalb ein Lunch-Paket für den nächsten Tag (3.5 €). Die Kinder wollten die Wurst dann am Liebsten schon vor der Wanderung verdrücken. In entgegengesetzter Richtung zum Vortag geht es dem Fluss entlang zum Wasserfall. Senkrecht gehts zum Teil an uns herunter. Manchmal ist der Weg kaum noch auszumachen im Dickicht. Wir sehen Bärengaggi. Was wir aber erst nach nach der Wanderung ergoogelt haben. Man hat uns am Vortag von Wölfen und Bären hier erzählt.
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| Da sind also die reifen Brombeeren geblieben... |
Immer wieder werden wir von Dornenbüschen gepieckst. Picknick gibts dann endlich am kleinen Wasserfall. Das Wasser ist einkalt. Es reicht zum Plantschen. Wohl eher Kneipen. Kian läuft die insgesamt 13 Kilometer souverän. Von Brombeerstrauch zu Brombeerstrauch. Zum Zvieri kehren wir in der einzigen Raststätte, welche wir unterwegs finden konnten ein. Es gibt ein Glacé für alle. Auf dem Spielplatz hat es ein Spielflugzeug. Ausser in der Raststätte, haben wir wie bereits am Vortag keine anderen Menschen getroffen. Nur Schmetterlinge. Bienen an den tollsten Blumen. Vereinzelt Tausendfüssler. Tausende Pilze. Und Steine. In allen Grössen und Formen. Und so toll zum in den Fluss werfen. Abends gibts eine Dusche für alle. Die Duschen hier sind endlich mal für Familien geeignet. Genug gross und sogar mit zwei Duschköpfen versehen. Der Campingplatz füllt sich zusehends. Ein toller Sternenhimmel über der klaren Nacht. Wir fahren zurück nach Bajram Curri und erledigen dort den längst fälligen Einkauf. Die Jungs sehen im Ort ihren ersten 6x6 Quad. Ein streunender Hund mit übler Fussverletzung überquert die Strasse. Shayan möchte ihn gerne mitnehmen zu einem Mechaniker. Um ihn zu reparieren. Am Staudamm vorbei gehts auf gut ausgebauter Strasse weiter nach Fierzë. Es hat wenig bis keinen Gegenverkehr. Im Hotel Alpin essen wir zu Mittag. Ausnahmsweise steht Reis auf dem Menu. Und Forelle aus der eigenen Zucht. “Wie Globi Ritter wurde” auf der Weiterfahrt. Wir fahren durch Wälder. Es herrscht Stille. Man hört zu meinem Erstaunen keine Vögel. Und sieht auch keine. Wir singen. Die Sonne brät unerträglich auf unser Wohnmobil nieder. Auf einer Lichtung ab der Strasse stehen wir über Nacht. Mit toller Aussicht über das Tal. Und in absoluter Stille. Kian malt gerade fleissig Vögel. Kanarienvögel und einen “Keinschnabelvogel”. Und Bäume. Zum Dessert gibts heute frischgesammelte Brombeeren.
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| Selbstgejagtes Dessert. |
Kleine Stechmücken machen uns die Nacht zur Hölle. Dafür ist der Morgen umso idyllischer. Shayan hustet mittlerweile und wir anderen sind auch leicht erkältet. Er fällt in einen Dornbusch. Nicht ganz freiwillig. Danach müssen wir ihm zahlreiche Spiesen aus der Fusssohle holen. Er zuckt dazu kaum mit der Wimper. Heute gehts nach Shkoder. Shayan versucht seit Tagen seinen Willen mit lautem Gebrüll durchzusetzen. Ein greiser (und wohl auch sehr schlecht sehender) Mann verwechselt unser Wohnmobil mit einem Sammeltaxi. Bei einem Velohändler kaufen wir für mein Fahrrad einen Sattel, welcher wie sich dann später herausstellt, leider trotz ausprobieren durch den Velomech nicht passt. Der
Camping Legjenda (21€) ist gut besucht. Entsprechend wenig Schatten ist für uns übrig. Immerhin hat es auch hier einen Pool. Wir sind her gekommen um zu Waschen. Aber die verantwortliche Person meint trotz freier Waschmaschinen, dass wir zuerst noch jemand anderes waschen lassen müssen. Drei Stunden später ist aber noch immer niemand aufgetaucht… Wir sind genervt. Und beschliessen woanders zu waschen. Auch ein zweiter Velohändler hat nicht mehr Ahnung von Velos und verkauft uns eine andere Sattelstange, welche nur mit einem Hammer passend gemacht werden kann. Die Höhe ist nun nicht mehr einstellbar und das Velo somit nutzlos für mich. Wir sind enttäuscht ab der hiesigen Arbeitsweise. Da alle am kränkeln sind haben wir keine Geduld uns noch weiter darum zu kümmern. Beim Supermarkt finden wir in Shkoder keinen Parkplatz. Alles in allem ein viel zu heisser Tag zum Vergessen. Kian singt gerade gerne. Den Nachbarn stellt er Rechnungen fürs Abendessen aus. Shayan will keinen Mittagsschlaf mehr machen. Die Nacht über sinkt das Thermometer nicht unter 25° Celsius. Uns ziehts zurück in die Berge zumal wir von den von Norden kommenden Touristen nicht gerade erfreuliches über die Küstenstrasse von Montenegro gehört haben. Wir decken uns mit frischem Obst und Gemüse ein. Die Kinder kriegen jeweils eine Wasser respektive Honigmelone geschenkt. Wissen gar nicht, wo wir die hinstellen sollen. Wir fahren am Ort Hot vorbei. Er tut seinem Namen heute alle Ehre. Eindrückliche Serpentinenstrasse. Shayan darf vorne sitzen. Er redet ununterbrochen. Viele Hochzeiten. Zuvorderst im Autokonvoi der Kameramann aus dem Beifahrerfenster sitzend. Dahinter das Brautpaar mit reich mit Blumendekor geschmückten Auto. Dahinter die Internationale Gästeschar. Es werden Zigaretten geworfen. Eine Abkürzung an der Brautmenge vorbei erweist sich als Kratzbewährungsprobe für unser Wohnmobil. Beim
Restaurant Selca Cem stehen wir über Nacht. Direkt neben dem Fluss gelegen. Angenehm windig. Zum Mittagessen gibts Fisch. Es spricht keiner Englisch. Shayan wird von einer Biene gestochen und reagiert nicht. Es wird schnell schattig. Wir lassen Kian nun die wichtigsten Film/Comic-Figuren kennenlernen. Nach
Pettersson und Findus ist heute Sam der Feuerwehrmann dran. Zumal es hier gutes Wifi gibt.
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| Openair-iPad-Kino. |
Kian hat sich einen Zeichenblock ausgesucht. Genug gross ist er allemal. Wir schicken eine Postkarte an seine zukünftige Kindergartenkollegen und Lehrerin. Das Foto hat er selber ausgesucht. Weiter Richtung Vermosh Tal werden wir fast in einen Verkehrsunfall verwickelt. Nur dank Omids schneller Reaktion streift ein uns auf unserer Spur entgegenkommendes Fahrzeug nur unseren Seitenspiegel. Wir sind nochmal alle mit dem Schrecken davon gekommen. Kian, welcher heute vorne sitzen durfte steht unter Schock. Baba flucht. Der andere Fahrzeughalter fährt ohne anzuhalten weiter. Noch vorsichtiger fahren wir weiter. Zuhinterst im Tal bleiben wir auf dem
Camping des Peraj Guesthouse und wollen hier in der absoluten Abgeschiedenheit unsere letzten Tage in Albanien verbringen (12€). Wir richten uns unter Sauerkirschenbäumen ein. An einem Ast hängt ein Riitiseili. Es wird gerade das Gras mit der Sense gemäht. Die Kinder machen die Bewegungen mit ihren Stecken nach. Ein Lamm dreht am Spiess. Mittels der Autobatterie wird der Spiess angetrieben. Es herrschen herrlich kühle Temperaturen hier auf 1000 Meter Höhe. Es hat nur kleine Landwirtschaftsbetriebe hier. Ein paar Hühner, Schafe, Schweine und Kühe. Heuberge. Mittlerweile sind alle verschnupft. Die Kinder der Nachbarschaft kommen vorbei, um mit unseren Kindern und deren Spielsachen zu spielen. Wir hoffen, dass es die Fahrräder überleben. Es läuft dezente lokale Musik im Hintergrund. Die Jungs pflücken einen ersten Strauss für Mami. Bevor auch die letzten Quadratmeter der Wiese gemäht werden. Eine kalte sternenklare Nacht. Da mein Velo von keinem Nutzen mehr ist verschenken wir es an die Besitzer, welche sich sehr darüber freuen. Die Kilos können wir gut gebrauchen und plötzlich haben wir viel mehr Platz im Kofferraum zur Verfügung, da jetzt Kians Velo auf dem Veloträger mitfährt. Die Jungs spielen mit dem grossen Spielzeuglastwagen.
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| Abschleppdienst. |
Sie helfen die Äpfel zusammenzutragen. Die Nasen laufen. Mit den übrig gebliebenen Fahrrädern gehts in den Ort zum Einkauf. Wir sind dabei die Attraktion und werden sogar fotografiert und gefilmt. Von Einheimischen. Der Laden hat dann nur Chips und Süssgetränke zu bieten. Zum Abendessen erhalten wir die letzte Portion des zarten Lamms. Längerer Stromausfall (3h) im ganzen Ort. Wäsche kann deshalb erst in der Nacht gewaschen werden. Leider ist die Spannung allgemein so schlecht, dass auch der Föhn nicht richtig funktioniert. Immer wieder hört man das Donnergrollen des nahen Gewitters. Wir kriegen frisch gebackenen Byrek geschenkt. 10 Minuten, bevor es Abendessen gibt. Die Kinder kriegen gesüssten Pfirsichsaft. Im 2 Liter Pack. Shayan läuft ohne Windel herum. Am Morgen ist unsere Wäsche klatschnass und seifig. Wahrscheinlich haben sie den Schleudergang aus Stromverbrauchsgründen gespart. Ein Deutsches Paar hat seinen Albanienurlaub gerade gestartet und nimmt dankend unsere letzten Lekë entgegen. Schweren Herzens verabschieden wir uns von Albanien und fahren auf ungeteerter Strasse dem Montenegrinischen Grenzposten entgegen. Wir haben neues Vokabular einstudiert. Die Grenzwächter sehen keinen Grund zur Eile. Da nützt auch ein netter Schwatz unseres Montenegrinischen Hintermanns mit dem Grenzwächter nichts, um vorzudrängeln. Jeder schön der Reihe nach.